Schattenlichter

Berlin im Früjahr

Was Grenze ist irrt zwischen Scherbendächern
und Werbelächeln blutig geschnitten

Wollpapiersterne
das Klirren der Straßenlaterne
die etwas von Licht heuchelt
das sie auf den Asphalt erbricht

Heute verstopfen
Kinderträume die Abflüsse
wer hat damals statt
Bäumen auf Stämmen
auch lieber Wolken auf Stilen
gemalt?

Heute möchte ich mich wieder fühlen
nach irgendetwas bitte
doch nur Asche klebt an meinen Wangen
früher wäre ich vielleicht Aschenputtel gewesen

Heute zockeln
getrocknete Tränenflocken
unruhig mannigfaltigen Parkett-
fußböden entgegen – Mann es war nett
dir mal wieder zu begegnen
Wir haben uns ja schon lange nicht mehr-
wie auch immer

Und aus Planierraupen schlüpfen
ständig neue Parkplätze
Hochdruckreiniger säubern
alle Abflüsse
ich erkenne nichts mehr
wer kann meine Hände noch vor den Augen sehen?

Dabei ist schwarz doch schon lange ausgestorben
und nachts kleistern sie die Ecken
mit dunkelfarbigen Plakaten zu
um Ungleichheit zu simulieren

Was Grenze war irrt zwischen
Schattenlichtern
und wer
sind wir
noch da?

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